Wie zeige ich richtig Zivilcourage?

10 Ratschläge für das richtige Verhalten in Bedrohungssituationen

 

1. Vorbereiten
Bereiten Sie sich auf mögliche Bedrohungssituationen seelisch vor: Spielen Sie Situationen für sich allein und im Gespräch mit anderen durch. Seien Sie sich grundsätzlich darüber im Klaren, zu welchen persönlichen Risiken Sie bereit sind. Es ist besser, sofort die Polizei zu alarmieren und Hilfe herbeizuholen als gar nichts zu tun

2. Ruhig bleiben
Panik und Hektik vermeiden und möglichst keine hastigen Bewegungen machen, die reflexartige Reaktionen herausfordern könnten. Wenn ich ruhig bin, werde ich kreativer in meinen Handlungen und wirke auch auf andere Beteiligte entspannend.

3. Aktiv werden
Eine Kleinigkeit zu tun ist besser, als über große Heldentaten nachzudenken. Wenn Sie Zeuge oder Zeugin von Gewalt werden: Zeigen Sie, dass Sie bereit sind gemäß Ihren Möglichkeiten einzugreifen. Ein einziger Schritt, ein kurzes Ansprechen – jede Aktion verändert die Situation und kann andere dazu anregen, ihrerseits einzugreifen.

4. Gehen Sie aus der Ihnen zugewiesenen Opferrolle!
Wenn Sie angegriffen werden: Flehen Sie nicht und verhalten Sie sich nicht unterwürfig. Zeigen Sie deutlich, was Sie wollen.

5. Halten Sie den Kontakt zum Gegner bzw. Angreifer!
Stellen Sie Blickkontakt her, und versuchen Sie, sachliche Kommunikation herzustellen bzw. aufrecht zu erhalten.

6. Reden und Zuhören!
Teilen Sie das Offensichtliche mit, sprechen Sie ruhig, laut und deutlich. Hören Sie zu was Ihr Gegner bzw. Angreifer sagt. Aus seinen Worten können Sie Ihre nächsten Schritte ableiten.

7. Nicht drohen oder beleidigen!
Machen Sie keine geringschätzigen Äußerungen über den Angreifer. Versuchen Sie nicht Ihn einzuschüchtern, ihm zu drohen oder Angst zu machen. Kritisieren Sie sein Verhalten, aber werten Sie ihn nicht persönlich ab.

8. Holen Sie Hilfe!
Sprich nicht eine anonyme Masse an, sondern einzelne Personen. Dies gilt sowohl für das Opfer als auch für Zuschauerinnen und Zuschauer, die eingreifen wollen. Viele sind bereit zu helfen, wenn jemand anderes den ersten Schritt macht oder Sie persönlich angesprochen werden.

9. Tue das unerwartete
Fallen Sie aus der Rolle, seien Sie kreativ und nutzen Sie den Überraschungseffekt zu Ihrem Vorteil aus.

10. Vermeiden Sie möglichst den Körperkontakt!
Wenn Sie jemanden zu Hilfe kommen, vermeiden Sie es möglichst den Angreifer anzufassen, es sei denn, Sie sind zahlenmäßig in der Überzahl, so dass Sie jemanden beruhigend festhalten können. Körperkontakt ist in der Regel eine Grenzüberschreitung, die zu weiteren Aggressionen führt. Wenn möglich, nehmen Sie lieber direkten Kontakt zum Opfer auf.

Gehen Sie aus der Ihnen zugewiesenen Opferrolle!

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